So steigert die Digitalisierung den Firmenwert

Unsere Gesellschaft ist längst digitalisiert. Computer gehören zum Alltag, und digitale Geräte gewinnen ständig an Bedeutung. Für Unternehmer heisst das: Wer mithält, bleibt wettbewerbsfähig. Digitalisierung ist heute ein klarer Erfolgsfaktor.

Auch beim Firmenverkauf spielt sie eine zentrale Rolle. Käufer schauen genau hin, wie digital ein Unternehmen aufgestellt ist. Sie wollen erkennen, welches Potenzial vorhanden ist und wie viel Aufwand noch in Digitalisierung und Automatisierung fliesst. In der Nachfolgeregelung unterscheiden wir im Wesentlichen drei Bereiche:

Digitalisierung im Marketing

Im Marketing sind die meisten KMU bereits gut unterwegs. Fast jedes Unternehmen zeigt heute Präsenz im Internet, und das aus gutem Grund. Der Einstieg gelingt schnell, bleibt überschaubar in den Kosten und erreicht sofort eine breite Zielgruppe.

Kunden informieren sich bequem von zu Hause aus. Sie stellen ihre Fragen online und erhalten in Sekunden passende Antworten. Wer zum Beispiel einen schönen Holztisch sucht, bekommt sofort zahlreiche Vorschläge angezeigt. Danach vergleicht der Interessent Anbieter, schaut sich verschiedene Angebote an und trifft seine Wahl.

Genau hier entscheidet der erste Eindruck. Ein professioneller Webauftritt zieht Aufmerksamkeit auf sich und bleibt im Kopf. Das bekannte AIDA-Modell bringt es auf den Punkt: Attention, Interest, Desire, Action.

Digitalisierung in der Administration

Auch in der Administration arbeiten die meisten Firmen bereits digital. Computer gehören zur Standardausstattung, und Telefax oder handschriftliche Buchungen spielen kaum noch eine Rolle. Jetzt rückt der nächste Schritt in den Fokus: Automatisierung. Künstliche Intelligenz beantwortet zum Beispiel einfache Anfragen direkt online und entlastet so den Betrieb im Alltag.

Digitale Systeme übernehmen heute bereits viele wiederkehrende Aufgaben: Sie erstellen Rechnungen automatisch, verwalten Kundendaten zentral und koordinieren Termine ohne manuellen Aufwand. Das spart Zeit, reduziert Fehler und sorgt für klare, nachvollziehbare Abläufe. Für einen potenziellen Käufer spielt genau das eine wichtige Rolle. Eine gut strukturierte, digital organisierte Administration erleichtert die Einarbeitung erheblich.

Digitalisierung und Automation in der Produktion

In der Produktion zeigt sich ein anderes Bild. Viele KMU stehen hier noch am Anfang. Automatisierte Abläufe entwickeln sich erst, und moderne Technologien halten nur schrittweise Einzug. Investitionen in CNC-gesteuerte Anlagen bringen klare Vorteile und steigern den Firmenwert spürbar.

Noch einen Schritt weiter gehen Unternehmen, die auf Industrie 4.0 („vierte industrielle Revolution“) setzen. Diese gehören meist zu den Vorreitern. Der Grossteil der KMU plant solche Entwicklungen erst oder prüft sie vorsichtig. Wer in diesem Bereich früh investiert, erhöht die Attraktivität des Betriebs deutlich. Gleichzeitig lassen sich diese Investitionen in den Jahren vor dem Verkauf abschreiben.

Viele Verkäufer verschieben Erneuerungen bewusst und überlassen diese Entscheidungen der nächsten Generation. Das wirkt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Käufer sehen darin jedoch oft einen Investitionsstau. Sie kalkulieren den Nachholbedarf direkt in den Kaufpreis ein und fordern entsprechende Abschläge.

Wer rechtzeitig in die Digitalisierung investiert, stärkt daher nicht nur den laufenden Betrieb, sondern verbessert auch seine Position beim Firmenverkauf deutlich.

Hans Jürg Domenig, Vorstand Schweizer Dachverband für Nachfolge (Schweizer Dachverband für Unternehmensnachfolge | chDU.ch), begleitet Firmen bis zum erfolgreichen Verkauf und beantwortet kostenlose Fragen zum Thema Unternehmenswertsteigerung telefonisch oder per E-Mail  info@firmen-nachfolge-verkauf.ch.